Dienstag, 17. November 2015

[Interview] Lucy Miau

Interview mit Lucy Miau

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.

Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Mir war tatsächlich schon immer klar, dass ich Schriftstellerin werden möchte. Es gibt auch noch handgeschriebene Kurzgeschichten aus der ersten Klasse von mir (bei der Rechtschreibung bluten einem die Augen).


Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Ohne Musik geht nichts! Das erste Kapitel von „Vom Sinn des Scheiterns“ hatte ich drei Monate lang herumliegen, weil mir einfach kein anständiger Plot eingefallen ist. Bis ich eines nachts mit dem Auto durch die Pampa gefahren bin, eine Kippe geraucht hab und im Radio „Diamonds“ von Rihanna lief. Plötzlich war die ganze Geschichte in meinem Kopf. Oh man, ich wünschte es wäre ein cooleres Lied gewesen. Ich bastele auch zu jeder Geschichte eine neue Playlist auf spotify zusammen und höre die dann immer während ich schreibe.

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Oh ja, Kaffee und Rotwein.

Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Teilweise. Meistens klaue ich mir bestimmte Eigenschaften von verschiedenen Bekannten, mische Fiktion dazu und baue mir daraus meine Charaktere zusammen (klingt jetzt etwas nach Frankensteins Monster). Vor allem klaue ich aber Namen. Nachdem ich tagelang damit beschäftigt war, mir Namen für meine Hauptcharaktere von „Vom Sinn des Scheiterns“, Alice, Finn und Mücke, auszudenken, habe ich alle anderen Namen bei Freunden und Bekannten geklaut.

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Hehe, ich weiß nicht, ob der bei Autoren so einheitlich aussieht, also erzähl ich mal kurz, wie mein Alltag aussieht. Ich studiere und arbeite ja nebenher, weil ich leider nicht vom schreiben leben kann und das frisst natürlich einen Großteil der Zeit auf. Dann brauche ich meistens ewig um mir den Plot für meine Geschichte auszudenken, verwerfe viel, schreibe neu und bin endlos glücklich, wenn ichs dann endlich in meinem Kopf zusammenhabe. Dann schreibe ich die Geschichte grob und unausgeschmückt in drei Monaten runter. Dann geht es an die groben Korrekturen („Vom Sinn des Scheiterns“ wurde nach der ersten Korrektur doppelt so dick wie davor). Danach mach ich mich an die feinen Korrekturen und dann geht es erst einmal an meine Betaleser.

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Musik. Den Anreiz für „One with the freaks“ (Arbeitstitel), das Projekt an dem ich gerade schreibe, war zum Beispiel „My My, Hey Hey“ von Neil Young. Das lief auf der Jukebox einer Kneipe, in der ich mit Freunden unterwegs war.

Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Das kommt total darauf an. Nach „Vom Sinn des Scheiterns“ brauchte ich eine Pause, aber jetzt, wo „One with the freaks“ gerade erst in der Korrektur ist, spukt mir schon wieder etwas Neues im Kopf herum :-)

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Schlimmer als Namen für Protagonisten zu finden ist für mich nur, einen Titel zu finden. Bei „Vom Sinn des Scheiterns“ habe ich auf meiner facebook-Seite gefragt, was meine Leser für einen Titel wählen wurden.

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Das sind vor allem Nick Hornby („About a boy“, „High Fidelity“) und Chuck Palahniuk („Fight Club“, „Flug 2039“) (die schreiben, wie ich, auch beide eher „Alltagsgeschichten“ - sofern man Palahniuks Stil noch unter Alltagsgeschichten fasst), Isabel Allende („Das Geisterhaus“, „Die Insel unter dem Meer“) (sie beschreibt ihre Charaktere, vor allem die weiblichen, so toll!), aber auch Walter Moers („Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär“, „Der Schrecksenmeister“) und Luca di Fulvio („Der Junge der Träume schenkte“), weil sie einen komplett in ihre Geschichten einsaugen.

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Ich versuche eine grobe Übersicht zu haben, bevor ich mit dem schreiben anfange. Wenn ich anfange, bevor ich den Plot, Anfang und Ende grob kenne, passiert es, dass ich jede Woche wieder alles lösche was ich zuvor geschrieben habe und das raubt einem die Nerven.

Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Das ist unterschiedlich. Bei „Vom Sinn des Scheiterns“ ist mir Alice am ähnlichsten geraten. Beziehungsweise hätte ich gern manchmal mehr von Alice' Courage und ihrer große Klappe. Bei „One with the freaks“ hat glaube ich jeder Protagonist eine  Eigenschaften von mir abbekommen.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Ganz klar Alltagsgeschichten. Ich schreibe gern über das, was ich einigermaßen kenne. Ich habe auch großen Respekt vor Leuten, die historische Romane schreiben und würde das gern selbst können, aber ich fürchte mich momentan noch zu sehr vor dem Rechercheaufwand :-)

Dankeschön für das Interview Lena Hofhansl.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel

Bücher:
Gedichtband Nachtlilien
Vom Sinn des Scheiterns

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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***