Dienstag, 25. August 2015

[Interview] Lia Haycraft

Interview mit Lia Haycraft

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.
 Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Gelesen habe ich schon immer gerne, das stimmt. Was mich dann wirklich zum Schreiben gebracht hat, weiß ich gar nicht mehr so genau. Als Kind habe ich kurze Gedichte geschrieben, als Teenie habe ich auf meinem ersten eigenen PC einen Roman begonnen (der allerdings nie fertig wurde und mittlerweile leider auf einer alten Festplatte verloren ist). So ein bisschen geschrieben habe ich seitdem fast immer, Tagebuch, Songtexte und dann kam irgendwann eine Idee, die mir so gut gefiel, dass ich wieder einen Roman angefangen habe. Und dieses Mal habe ich mich mit dem Schreiben mehr befasst und im Internet recherchiert und etwas gefunden, was mir wirklich geholfen hat, den Roman zu beenden: es gibt Drauflosschreiber! Ich musste also gar nicht erst plotten und alles vorher wissen und vor allem nicht während des Schreibens direkt korrigieren.



Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Am liebsten schreibe ich zu Musik, wobei es oft besser ist, wenn sie instrumental ist. Deutsche Texte oder auch englische Texte lenken mich zu sehr ab, außer man versteht kaum, was sie sagen, dann geht auch das. Ich kann aber auch schreiben, wenn es um mich ruhig ist.

Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Nein, eigentlich nicht. Ab und an mag ich mal einen Kaffee mit sehr viel Milch, aber insgesamt mag ich lieber kalte Getränke.

Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Bisher hatte ich nie beim Schreiben eine Person vor Augen, die ich kenne, zumindest nicht komplett. Hin und wieder fließen sicherlich ein paar Eigenschaften ein, die ich von Freunden oder Bekannten kenne, aber insgesamt sind meine Figuren schon sie selbst, sozusagen.

Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Da ich nebenbei auch noch einen Brotberuf habe, fahre ich drei Tage die Woche ins Büro und komme erst abends zum Schreiben. An meinen freien Tagen schaffe ich das oft auch schon vormittags für ein paar Stunden. Eigentlich bin ich ein Zwischendurchschreiber, schreibe zum Beispiel gerne in der Bahn oder beim Frühstück.

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Inspiration finde ich überall. Manchmal sind es indirekt Songtexte, einzelne Sätze, manchmal ein Bild, oft ist am Anfang eine Idee für einen Roman da und ich überlege in jeder freien Minute, wie die Figuren heißen, was sie tun, wo die Geschichte hin soll. Ideen kommen mir überall.

Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Wenn ich ein Buch überarbeite, brauche ich nach kurzer Zeit auch ein neues Projekt, woran ich schreiben kann. Oft arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig, je nach Laune.

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf den Titel des Buches? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Das ist tatsächlich unterschiedlich. Bei meiner „Mondtochter“ war es so, dass ich am Anfang einen Titel im Kopf hatte („Tochter des Mondes“ war das glaube ich), aber während des Schreibens hat sich der Titel auch noch mehrere Male geändert, wenn mir etwas Besseres eingefallen ist. Es gab auch schon Romane, da habe ich mir den Titel erst am Ende überlegt oder zwischendrin. Letztendlich sucht der Verlag ja auch noch mit aus in den meisten Fällen und der erste Titel bleibt dann ein Arbeitstitel, das Buch heißt bei der Veröffentlichung dann aber doch ganz anders.

Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Ziemlich viele verschiedene, sehr gerne Neil Gaiman, Carole Matthews, Kerstin Gier, Cecelia Ahern und noch viele, viele andere. Mittlerweile lese ich aber auch sehr gerne Bücher aus kleineren Verlagen und von AutorInnen, die ich durch das Fantasy-Autorenforum Tintenzirkel oder durch meine Mitgliedschaft bei DELIA kennengelernt habe. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Alana Falk und Stefanie Lahme. Auf meiner Webseite habe ich eine Liste meiner Lieblingsbücher angelegt. (www.liahaycraft.jimdo.com)

Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Ich bin ja überwiegend Drauflosschreiber und weiß nur in etwa, wie das Ende aussehen soll. Die Geschichte entwickelt sich dann beim Schreiben, es kann aber auch sehr gut sein, dass das eigentliche Ende gar nicht so bleibt und dann beim Überarbeiten wieder umgeworfen wird.

Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Nicht so wahnsinnig viel.

Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Am wichtigsten ist für mich, dass ich eine Liebesgeschichte einbauen kann. Liebesromane sind also das, was ich gerne schreibe, am liebsten im Bereich Fantasy, wobei das dann eher so Urban Fantasy oder Romantasy ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, Jugendbücher oder Kinderbücher so ab 10 Jahren zu schreiben.

Dankeschön für das Interview Lia Haycraft.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel

Bücher:
 
„Feuerküsse“ (Novelle), Machandel Verlag, 2013 (auch auf Englisch „Kisses of Fire“, 2015)
„Mondtochter – die Nacht der Elemente 1“, bookshouse Verlag, 2014
„Mondschwinge – die Nacht der Elemente 2“, bookshouse Verlag, erscheint September 2015

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***HUHU, ich freue mich sehr das du den Weg zu mir gefunden hast. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Schöne Grüße Isabel***