Freitag, 24. Juli 2015

[Interview] Susanne Esch


Interview mit Susanne Esch

Hallo,
Danke dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview. Am besten wir fangen mal mit einer einfachen Frage an.


Frage Nummer 1:
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Durchs lesen, oder war dir von Anfang an klar, dass du Schriftstellerin werden möchtest?
Antwort:
Ich hab in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – also in der Zeit, als ICH in der Pubertät war – damit begonnen, meine Gefühle, Stimmungen, Gedanken und Überlegungen in Form von Gedichten und kleinen Prosatexten zu verarbeiten. Zum „richtigen Schreiben“ aber kam ich erst 2007. Wie viele andere auch hab ich die Harry Potter Bücher von J. K. Rowling nur so verschlungen, aber das Ende des siebten Bandes hat mich maßlos enttäuscht. Wie konnte sie nur einen solchen Bruch zwischen dem Ende der Schlacht von Hogwarts und dem Epilog machen? Unzählige Ideen, wie das Leben der Protagonisten weitergehen könnte, geisterten durch meinen Kopf, und ich begann, diese auf Papier zu bannen. Viele, die mich mit Block und Stift, vertieft in meine Aufzeichnungen antrafen, fragten, WAS ich denn so versunken schriebe. „Den Harry Potter 8“, antwortete ich, anfangs noch sehr zaghaft, aber nachdem immer wieder gefragt wurde, ob man es denn mal lesen dürfe, und die verschickten Dateien meist eine überwältigend positive Resonanz zeigten, wurde ich selbstsicherer. Gelegentlich erhielt ich sogar Rückmeldungen von Lesern, die über meine eigenen Bekannten zu meinen Dateien gelangten und wurde zunehmend häufiger gedrängt, doch einmal „etwas Eigenes zu schreiben“. So entstand im Jahr 2010 dann mein erster eigener Roman, Solifera – Sonnenbringerin.


Frage Nummer 2:
Brauchst Du Ruhe beim Schreiben oder läuft Musik im Hintergrund?
Antwort:
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal lenkt mich jedes noch so kleine Geräusch ab, ein andermal stören mich nicht mal die lauten Stimmen meiner Kinder und deren Freunde oder deren Musik und Gesang. Ich selbst jedoch bevorzuge – WENN ich denn Hintergrundberieselung brauche – ruhige Instrumentalmusik. Sie hilft mir, ganz in meine Fantasiewelten einzutauchen und alles um mich herum zu vergessen.


Frage Nummer 3:
Bist du auch so ein Kaffee Trinker wie viele andere Autoren?
Antwort:
Nein. Ich gehöre zur Kategorie der Teegenießer und Wassertrinker. Aber zu kalten Herbst- und Winterabenden gehört definitiv auch heißer Kakao. :)


Frage Nummer 4:
Sind deine Protas reine Fiktion oder stehen Freunde/Bekannte sozusagen Pate?
Antwort:
Die Protas selbst sind reine Fiktion, ihren Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen jedoch liegen tatsächlich lebende Menschen zugrunde.


Frage Nummer 5:
Wie sieht der Alltag einer Autorin aus?
Antwort:
Na ja, ich bin ja keine hauptberufliche Autorin. Ich bin alleinerziehend, habe vier Kinder, von denen drei noch zu Hause wohnen und gehe einer „hauptberuflichen Beschäftigung“ nach, die so rein gar nichts mit der Schreiberei zu tun hat. Auch sprühe ich nicht, wie manch anderer Autorenkollege, geradezu vor Ideen, die unbedingt in eine Schriftform gebracht werden müssten. Manchmal schreibe ich monatelang nicht eine einzige Zeile … Aber wenn sich eine Geschichte in meinem Kopf zusammensetzt, nutze ich jede freie Minute, um Worte auf Papier – oder direkt in eine Datei zu schreiben. Dann bleibt die Hausarbeit oder die Wäsche auch schon mal liegen, weil ich einfach nicht anders kann, als den Film, der hinter meiner Stirn vorbeiläuft, auch für andere sichtbar zu machen. 

Frage Nummer 6:
Und gibt es bestimmte Dinge die dich zu deinen Büchern inspirieren?
Antwort:
Ja, die gibt es. Bisher waren es Urlaubserinnerungen, Träume, Wünsche, eigene Erfahrungen, Hoffnungen, Gespräche und philosophische Überlegungen sowie Inhalte von Büchern, die ich gelesen habe, und die mich weiter beschäftigten.


Frage Nummer 7:
Brauchst du zwischen den Büchern auch Pause oder kannst du gleich weiter schreiben?
Antwort:
Bisher habe ich immer Pausen zwischen zwei Werken gemacht. Es ist nämlich so: Ich kann, wenn ich selbst schreibe, nicht lesen. Aber … ich lese wahnsinnig gerne, und inzwischen habe ich so viele andere Autoren kennengelernt, deren Werke mich ebenfalls interessieren. Allein, mich ihren Büchern widmen zu können ist Grund genug, Pausen einzulegen. Für mich muss es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schreiben und lesen geben, sonst fehlt mir etwas.

Frage Nummer 8:
Wann kommst du auf die Titel deiner Bücher? Am Anfang des Schreibens? Oder ganz am Ende? Oder vielleicht auch mittendrin?
Antwort:
Bisher standen die Titel – für mich – vom Beginn des Schreibens an fest. Nur für mein zweites Buch, „Der Savant von Innis“, bin ich vom Arbeitstitel abgewichen, weil er sich, als ich das Buch etwa zur Hälfte geschrieben hatte, als nicht mehr passend erwies.


Frage Nummer 9:
Welche anderen Autoren liest Du selbst?
Antwort:
Von den sehr Bekannten: Dan Brown, Martha Grimes, Elisabeth George, Marion Zimmer Bradley, Ken Follet – um nur ein paar zu nennen. Seit ich selbst schreibe, bin ich sehr neugierig auf all jene Autoren geworden, die ich über FB oder auf Messen persönlich kennengelernt habe. Dazu gehören unter anderem Jordis Lank, Elke Aybar, Isabell Schmitt-Egner, Jennifer Jager, Gaby Wohlrab, Stefan Lange, Laurie Milan, Kay Noa, Hope Cavendish, Marlies Lüer, Tanja Neise, Astrid Rose, Lily Konrad, Tanja Nasir, Stefan Link …


Frage Nummer 10:
Wenn Du ein Buch anfängst und das Ende geplant hast - kann es im Laufe des Schreibens passieren, dass Du das Ende umplanst? Oder hast Du nur eine grobe Übersicht was passieren soll?
Antwort:
Ich plane meine Geschichten nicht, dass heißt, ich habe keinen Plot, den ich dann ausarbeite, sondern ich schreibe einfach drauflos und lasse mich mit der Handlung treiben. Das ist sehr spannend, denn die Story entsteht somit quasi erst so richtig beim Schreiben selbst. Eine Grundidee ist da, ein Startpunkt, und dann brauche ich Notizzettel, um meine Protagonisten zu manifestieren, Beschreibungen festzuhalten, Ortsnahmen aufzuschreiben, Konstellationen zu skizzieren. Bei mir entstehen also Geschichte und „Plot“ mehr oder weniger parallel.


Frage Nummer 11:
Wie viel steckt von dir selbst in den Protagonisten?
Antwort:
Ich glaube, eine ganze Menge. Ich denke, ich verteile einige „Unter-Ichs“ auf meine Protas, und sehe mir selbst mit einem leisen Schmunzeln dabei zu, wie diese unterschiedlichen Hauptströme irgendwie zusammenfinden oder ihre individuellen Probleme zu lösen versuchen.


Frage Nummer 12:
Über welches Genre schreibst du am liebsten?
Antwort:
Bisher habe ich mich im Urban- oder High-Fantasy ausgetobt, und im Großen und Ganzen werde ich diesem Bereich sicherlich auch treu bleiben. Jedoch beschäftige ich mich derzeit auch mit ein paar anderen Themen, die nicht im Fantastischen angesiedelt sind. Da ich ja nicht produzieren muss und keinerlei Vorlagen zu erfüllen habe, lasse ich mir Zeit, das zu erarbeiten, was mich beschäftigt, aber vielleicht gibt es ja zur Leipziger Buchmesse 2016 wieder ein neues Buch …

Dankeschön für das Interview Susanne Esch.
Ich hoffe wir hören bzw. lesen noch viel von dir.
Schöne Grüße
Isabel


Solifera – Sonnenbringerin

Antalia ist ein ganz normales Mädchen, bis der Sommerurlaub in ihren 17. Lebensjahr alles durcheinander zu bringen beginnt. Ihre Wahrnehmung verändert sich, sie träumt – und das Wasser, in dem sie ihres Schwimmsports wegen so viele Trainingsstunden verbracht hat, zieht sie mehr und mehr an, so, als rufe es sie.
Immer wieder muss sie die meist scherzhafte Äußerung, sie sei wohl eine Nixe, anhören, und allmählich beginnt sie sich zu fragen, ob diese womöglich der Wahrheit entsprechen, und ihre Eltern gar nicht wirklich ihre Eltern sind.
In einer Phase, in der alles auf der Kippe steht, tritt Darieno, ein Gesandter des Meeresvolkes, in ihr Leben.
Mit seiner Hilfe kommt sie ihrer wahren Identität auf die Spur, und immer deutlicher kristallisiert sich ihre Mission heraus, der sie mit Hilfe ihrer Familie und Freunde nachzukommen versucht.

Roman: Taschenbuch
285 Seiten
Preis: 10,90€
auch als E-Book erhältlich
ISBN: 978-3-942277-26-6
Verlag: Titus Verlag

Leseprobe:

Weitere Büchercover:

Hoffe euch hat der Beitrag gefallen, über Kommentare würde ich mich natürlich sehr freuen <3
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